Faktencheck Geißbockheim

Faktencheck zu den Ausbauplänen des FC am Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel, Stand: August 2019

Bild: © dronepicr (CC BY 2.0)

Zurzeit wird viel über den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Köln am Geißbockheim diskutiert. Zu der hierfür notwendigen Änderung des sogenannten Flächennutzungsplans kann man bis zum 30. August 2019 Stellungnahmen abgeben.

Um unsere Position zum Vorhaben des 1. FC Köln zu verdeutlichen, hier der aktuelle FAKTENCHECK:

  • Die SPD-Fraktion steht zu ihrem Beschluss und ihrem Bekenntnis zum „Grüngürtel: Impuls 2012 (Masterplan Äußerer Grüngürtel)“ und seiner Vollendung. Der 1. FC Köln benötigt ein Leistungszentrum, das den modernen Ansprüchen des Profisports gerecht wird. Dafür muss es ausgebaut und weiterentwickelt werden. Wir haben uns erst nach zahlreichen vom FC angebotenen Ausgleichsmaßnahmen dafür entschieden, genau definierte und verträgliche Eingriffe ins Grün zu akzeptieren, um den Verbleib des 1. FC Köln an seinem Trainingsstandort zu ermöglichen.
  • Hier geht es um einen Entwurf, der ein hohes Maß an Verantwortung für den Naturschutz zeigt, aber auch für eine Vielzahl an Interessen der Kölnerinnen und Kölner. Eine professionelle Trainings-Infrastruktur ist eine Investition in die sportliche Zukunft dieser Stadt.
  • Der Stadtentwicklungsausschuss hat im Dezember 2015 mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und auch den Grünen beschlossen, dass für das Geißbockheim ein Bebauungsplan erstellt werden soll, um ein Nachwuchsleistungszentrum und drei weitere Trainingsplätze zu errichten.
  • Alle Argumente, die nun gegen den Ausbau des FC-Leistungszentrums angeführt werden, wurden schon damals angeführt und diskutiert. Die Faktenlage hat sich seither nicht geändert. Der FC hat sie bereits aufgegriffen und verpflichtet sich, eine Reihe von Maßgaben zum Schutz des Grüngürtels zu erfüllen.
  • Dazu gehören u.a. Ausgleichsmaßnahmen für alle Grünflächen. In dem Umfang, in dem Boden durch die Baumaßnahme versiegelt wird, muss an anderer Stelle zusätzliche Naturfläche geschaffen werden. Gleichzeitig werden zwei bislang genutzte Flächen zurückgebaut und der Natur zurückgegeben. Dies haben wir damals durchgesetzt!
  • Insgesamt ist weniger als 0,4 % des Äußeren Grüngürtels von der Baumaßnahme betroffen. Das Klimagutachten aus Mai 2019 zeigt deutlich, dass die klimatischen Auswirkungen dieser Versiegelungen marginal sind. Mögliche höhere Temperaturen oberhalb der Trainingsplätze sind lokal begrenzt und haben keinerlei Auswirkungen auf angrenzende Wohnviertel in Sülz, Klettenberg oder Lindenthal. Weiterhin wird kühlere Luft in die Innenstadt strömen können, die das innerstädtische Klima verbessert.
  • Andere Standorte, die nun erneut in die Diskussion eingebracht werden, ändern nichts an dieser Bewertung, würden aber das gesamte Projekt gefährden und auf unabsehbare Zeit verzögern. Außerdem kann das nicht im Sinne des Jugend- und Vereinssports sein. Gerade für Kinder, Jugendliche und Sporttreibende mit Handicap müssen die Trainingseinrichtungen gut erreichbar sein.
  • Der Äußere Grüngürtel war schon immer auch als Bewegungs- und Freizeitfläche für die Kölnerinnen und Kölner gedacht. Damit erhöht er die Lebensqualität in unserer Stadt. Um die Geräuschkulisse so gering wie möglich zu halten, haben wir uns dafür stark gemacht, die Trainingszeiten des 1. FC Köln auf den drei Kunstrasenplätzen an Wochentagen im Regelfall auf den Zeitraum zwischen 14.00 Uhr und 19.30 Uhr zu begrenzen.
  • Wir als SPD haben uns für eine Sportentwicklungsplanung für die Sportstadt Köln stark gemacht. Hierbei wurden die Kölnerinnen und Kölner im großen Umfang beteiligt. Sie haben dabei immer wieder frei zugängliche und geeignete Bewegungsflächen für individuelle Sportarten gefordert.
  • Die Pläne des FC gehen darauf ein: Sie sehen vier zusätzliche Kleinspielfelder vor, die dem Breitensport zur Verfügung stehen werden und die alle Kölnerinnen und Kölner nutzen können. Dies ist für uns von großer Bedeutung, auch dem Stadtsportbund.
  • Die Pläne des FC stehen im Einklang mit der Ursprungsplanung und der Philosophie der Gründer des Äußeren Grüngürtels, die für die Flächen entlang des Militärrings Sporterweiterungen im Rahmen eines „Sportbands“ vorsieht.
    In der „Charta Äußerer Grüngürtel“ des „Masterplans Grüngürtel: Impuls 2012“ sind denkmalpflegerische Belange ausdrücklich berücksichtigt. Der zuständige Stadtkonservator hat keine Einwände in Bezug auf den Denkmalschutz erhoben!
  • Wir konnten auch erreichen, dass alle bestehenden Wege erhalten bleiben und keine Bereiche überflüssigerweise eingezäunt werden. Spaziergänger, Jogger, Radfahrer etc. können die Wege weiterhin so nutzen, wie sie das bisher gewohnt sind. Darüber hinaus stehen im direkten Umfeld weite Wiesenflächen zur Verfügung.
  • Für die geplanten Kunstrasenflächen werden Drainage- und Filteranlagen zusätzlich eingebaut. Dadurch wird das Regenwasser ohne Belastung des Grundwassers abgeleitet. Der FC hat sich bereits dazu verpflichtet, beim Bau der Sportplätze die umweltverträgliche Technik verwenden, die das Umweltamt der Stadt Köln für den Bau von Kunstrasenplätzen vorschreibt. Das umfasst auch die Nutzung von alternativen Materialien, wie sie derzeit in der Sportwelt diskutiert werden. Die Plätze werden nahezu ebenerdig angelegt. Außerdem müssen für die Plätze keine Bäume gefällt werden.
  • Der FC wird möglichst niedrige Flutlichtmasten für die Kunstrasenplätze bauen müssen. Das war uns wichtig, um die Tiere im Grüngürtel nicht zu stark zu beeinträchtigen. Ein ausführliches Gutachten hat außerdem ergeben, dass die im Grüngürtel lebenden Vögel aufgrund des Futterangebotes vor allem in den Waldstreifen siedeln. Die Flächen für die Kunstrasenplätze gehören nicht dazu.

Unser Fazit:
Wir haben die Fakten, die Statements der Fachleute und die unterschiedlichen Sichtweisen der Anwohnerinnen und Anwohner in den vergangenen Jahren umfassend bewertet und abgewogen. Als Ergebnis befürworten wir dieses Vorhaben des FC. Der FC ist mit seinen Plänen bereits Kompromisse eingegangen. Diese bilden einen guten Ausgleich zwischen umweltpolitischen und sportpolitischen Erwägungen.

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln, August 2019